
Festkolloquium "IT-Future - Quo vadis?", Freitag, 17.11.2000
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Lehrstuhl für Simulation
Ich freue mich über die heutige Einladung, weil Sie mir ein spannendes Thema gestellt haben und weil mir am Dialog mit der Wissenschaft sehr gelegen ist. Ich hoffe, Ihnen einige Antworten auf die Frage "IT-Future - Quo vadis?" geben zu können. Zunächst möchte ich einige Sätze zu meiner persönlichen Beziehung zum Thema sagen. Meine erste Begegnung mit der IT, die damals noch Elektronische Datenverarbeitung hieß, hatte ich in den Jahren 1966 - 1971 als Doktorand und wissenschaftlicher Assistent an der landwirtschaftlichen Fakultät der TU München in Weihenstephan. Aus heutiger Sicht kann man diese Zeit mit den Großrechnern, den Lochkartenkästen und den Bergen von Endlospapier als Steinzeit der Informationstechnik bezeichnen. Nach meiner Wahl in den Deutschen Bundestag 1990 habe ich dann begonnen, selbst mit dem PC zu arbeiten. Als Berichterstatter der CDU/CSU-Fraktion für Informations- und Kommunikationstechnik und vor allem als Obmann meiner Fraktion in der Enquete-Kommission 'Zukunft der Medien in Wirtschaft und Gesellschaft - Deutschlands Weg in die Informationsgesellschaft' habe ich mich dann intensiv mit dem Thema befasst. Es ging und geht mir darum, die Entwicklung der technischen Möglichkeiten zu beobachten und die damit verbundenen neuen Aufgaben für die Politik zu erkennen und zu lösen. Als Neuling im Bundestag habe ich mich vor 10 Jahren im Forschungsausschuss um die Berichterstattung für Informations- und Kommunikationstechnik beworben, weil in meinem Wahlkreis, dem Landkreis München, viele Firmen der Informationstechnik angesiedelt sind. Ich habe immer auch versucht, die neuen Techniken selbst anzuwenden. Das ist im Deutschen Bundestag wegen der vielen formalen Vorschriften und höchsten Anforderungen an die Sicherheit nicht immer einfach. Insgesamt aber finde ich, dass ich eine faszinierende Aufgabe im Deutschen Bundestag gefunden habe, die mitten ins heutige Thema führt. Meine freie Übersetzung der englisch-lateinischen Formulierung des Themas lautet: "IT-Zukunft - wohin gehst Du Deutschland?" Der große Trend in der Entwicklung der IT im letzten Jahrzehnt ist die Verbindung der Computer miteinander und die weltweite Vernetzung im Internet. Deshalb müsste man eigentlich immer von IC (Informations- und Communikationstechnik) sprechen, denn wirklich neu und bahnbrechend ist die kommunikative Komponente im System. Wenn ich also von IT rede, verwende ich diesen Begriff auch als Synonym für IC. Als Bundestagsabgeordneter werde ich das Thema vorrangig unter politischen Gesichtspunkten betrachten. Dabei werde ich drei Fragestellungen nachgehen:Dr. Martin Mayer, MdB
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